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Faktencheck

CHF 200 pro Tag mit Videos schauen — geht das?

16. August 2026 7 Min. Lesezeit
Schweizer Franken-Banknoten in Nahaufnahme
Bild: Tony Webster · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
Diese Zahl kursiert in Anzeigen und Videos: CHF 200 pro Tag, nur fürs Anschauen von Werbespots. Wir betreiben selbst eine Werbeplattform und machen die Rechnung hier offen auf — mit unseren eigenen Preisen. Das Ergebnis fällt gegen uns aus, ist aber die einzige Antwort, die sich nachrechnen lässt.
Kurz gesagt
  • Meist aus einer Auszahlungsschwelle, die zum Tagesverdienst umgedeutet wird.
  • Bei Videte CHF 9 bis 18 für 30 bis 60 Minuten täglich, mit einem harten Tages-Maximum von CHF 34 — in der Founder-Phase CHF 44.
  • Versprochener Tagesbetrag geteilt durch Vergütung pro Spot ergibt die nötige Anzahl Spots.
Inhalt
  1. Die Rechnung, aufgemacht
  2. Woher die Zahl 200 tatsächlich stammt
  3. Was pro Tag wirklich zusammenkommt
  4. Jedes Versprechen in 30 Sekunden nachrechnen
  5. Was bedeutet das für dich konkret?

Die Rechnung, aufgemacht

Direkte Antwort
CHF 200 pro Tag gehen nicht auf. Bei rund CHF 0.15 pro 30-Sekunden-Spot bräuchte es etwa 1'333 Spots — gut elf Stunden ununterbrochene Werbung, jeden Tag, ohne Pause.

So kommt die Zahl zustande: Werbetreibende zahlen bei uns einen Tausender-Kontaktpreis von CHF 158 für verifizierte Aufmerksamkeit. Davon gehen 95 Prozent an den Nutzer. CHF 158 geteilt durch 1'000 Views, mal 0.95, ergibt rund CHF 0.15 pro angesehenem Spot.

Ziel pro TagNötige SpotsReine WerbezeitRealistisch?
CHF 96030 Minutenja
CHF 181201 Stundeja
CHF 34 (Tages-Maximum)227ca. 1 Stunde 54 MinutenObergrenze
CHF 100667ca. 5 Stunden 34 Minutennein
CHF 2001'333ca. 11 Stunden 6 Minutennein

Selbst wenn jemand elf Stunden am Tag durchhielte, scheitert es an der zweiten Hürde: Es gibt gar nicht so viel gebuchte Werbung. Kein Schweizer Werbekunde bucht 1'333 Spots pro Tag und Person. Das Inventar existiert nicht — unabhängig davon, wie lange jemand schauen möchte.

Woher die Zahl 200 tatsächlich stammt

Direkte Antwort
Meist aus einer Auszahlungsschwelle, die zum Tagesverdienst umgedeutet wird. Bei Videte beträgt die Schwelle CHF 200 — der Betrag, ab dem ausgezahlt wird, nicht der Betrag pro Tag.

Der Unterschied ist gross. Eine Auszahlungsschwelle ist ein Sammelbetrag: Du sammelst Gutschriften, bis die Schwelle erreicht ist, dann geht das Geld aufs Konto. Bei 30 bis 60 Minuten täglich dauert das rund 11 bis 22 Tage.

Die Umdeutung erkennen: Wenn eine Anzeige einen runden Betrag nennt, aber nicht dazuschreibt, ob er pro Tag, pro Monat oder als Auszahlungsschwelle gemeint ist, dann ist die Unschärfe Absicht.

Die zweite Quelle sind Punkte-Systeme. Wer «200 Punkte pro Tag» verspricht, sagt nichts über Franken — und behält sich vor, den Umrechnungskurs jederzeit zu ändern. Deshalb rechnen wir in Franken und nennen den Preis, den der Werbekunde zahlt.

Was pro Tag wirklich zusammenkommt

Direkte Antwort
Bei Videte CHF 9 bis 18 für 30 bis 60 Minuten täglich, mit einem harten Tages-Maximum von CHF 34 — in der Founder-Phase CHF 44. Aufs Jahr gerechnet und täglich genutzt sind das grob CHF 3'000 bis 6'500 — Sackgeld, kein Einkommen.

Das Tages-Maximum ist kein Schikane-Deckel, sondern eine Folge der Mechanik: Das Geld kommt von Werbetreibenden, und deren Budget ist endlich. Eine Plattform ohne Obergrenze verspricht Geld, hinter dem kein Werbekunde steht. Spätestens bei der Auszahlung wird das sichtbar — dann nämlich, wenn sie ausbleibt.

Einordnung: Wer mehr braucht als Sackgeld, kommt an bezahlter Arbeit oder einem Skill nicht vorbei. Der Vergleich aller Wege mit ehrlichen Stundensätzen steht im Pillar Online-Nebenjob Schweiz.

Jedes Versprechen in 30 Sekunden nachrechnen

Direkte Antwort
Versprochener Tagesbetrag geteilt durch Vergütung pro Spot ergibt die nötige Anzahl Spots. Mal Spotlänge ergibt die Zeit. Kommt mehr als ein Arbeitstag heraus, ist das Versprechen nicht einlösbar.

Beispiel mit einer typischen Anzeige: «CHF 150 täglich, nur Videos schauen.» Angenommen, die Vergütung liegt bei CHF 0.10 pro Spot — dann sind das 1'500 Spots. Bei 30 Sekunden pro Spot ergibt das 12,5 Stunden. Damit ist die Sache erledigt, ohne dass man die Plattform überhaupt kennen muss.

Vier Muster, bei denen du gar nicht erst rechnen musst:
  1. Vergütung in Punkten ohne festen Franken-Gegenwert.
  2. Auszahlungsschwelle, die steigt, je näher du ihr kommst.
  3. Der Hauptverdienst entsteht durchs Anwerben weiterer Nutzer — in der Schweiz nach UWG unzulässig.
  4. Kein Firmensitz, kein Handelsregistereintrag, nur ein Kontaktformular.

Mehr dazu in der ausführlichen Scam-Checkliste im Artikel Online-Nebenjob Schweiz und in Umfrage-Plattformen und Datenschutz.

Lieber nachrechenbar als vielversprechend

CHF 0.15 pro 30-Sekunden-Spot, 95 Prozent der Vergütung an dich, Tages-Maximum CHF 34, Auszahlung ab CHF 200 aufs Schweizer Konto. Alle Zahlen offen — auch die unbequemen.

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Was bedeutet das für dich konkret?

Wenn dich eine Anzeige mit CHF 200 pro Tag hierher gebracht hat: Diese Zahl gibt es — aber als Auszahlungsschwelle nach zwei bis drei Wochen, nicht als Tagesverdienst. Wer sie dir als Tagesverdienst verkauft, hat entweder nicht gerechnet oder rechnet damit, dass du es nicht tust.

Und der ehrliche Teil zu uns selbst: Mit CHF 9 bis 18 am Tag gewinnt man keinen Vergleich gegen ein Versprechen von CHF 200. Wir nennen die Zahl trotzdem, weil sie stimmt und weil du sie mit unserer Preisliste nachrechnen kannst. Das ist der einzige Unterschied, der bei der Auszahlung zählt.

Häufige Fragen

Kann man mit Videos schauen CHF 200 pro Tag verdienen?
Nein. Bei einer marktgerechten Vergütung von rund CHF 0.15 pro 30-Sekunden-Spot wären dafür etwa 1'333 Spots nötig — gut elf Stunden ununterbrochene Werbung, jeden Tag. Dazu kommt, dass keine Schweizer Plattform täglich so viel gebuchtes Inventar pro Person hat. Wer CHF 200 pro Tag verspricht, verkauft entweder etwas anderes oder gar nichts.
Woher stammt die Zahl CHF 200 dann?
Häufig aus Auszahlungsschwellen. Bei Videte beträgt die Schwelle CHF 200 — das ist der Betrag, ab dem ausgezahlt wird, nicht der Tagesverdienst. Bei 30 bis 60 Minuten täglich ist die Schwelle nach rund 11 bis 22 Tagen erreicht. In Werbeanzeigen wird dieser Betrag gern zum Tagesverdienst umgedeutet.
Was ist pro Tag realistisch drin?
Bei Videte rund CHF 9 bis 18 für 30 bis 60 Minuten täglich, mit einem harten Tages-Maximum von CHF 34 — in der Founder-Phase CHF 44. Das Maximum existiert, weil pro Tag nur eine begrenzte Menge Werbung gebucht ist — ein Anbieter ohne Deckel verspricht Geld, das keinen Werbekunden hat.
Warum gibt es überhaupt eine Obergrenze pro Tag?
Weil das Geld von Werbetreibenden kommt und deren Budget endlich ist. Eine Plattform, die unbegrenzte Tagesverdienste zulässt, zahlt entweder aus Investorengeld, das irgendwann endet, oder sie zahlt am Ende gar nicht. Ein transparent kommunizierter Deckel ist ein Qualitätsmerkmal, kein Nachteil.
Wie rechne ich ein Verdienstversprechen selbst nach?
Mit drei Zahlen: Vergütung pro Spot, Länge eines Spots und versprochener Tagesbetrag. Tagesbetrag geteilt durch Vergütung pro Spot ergibt die nötige Anzahl Spots, mal Spotlänge ergibt die Zeit. Kommt mehr als ein voller Arbeitstag heraus, ist das Versprechen nicht einlösbar.
Sind Anbieter mit hohen Versprechen immer Betrug?
Nicht zwingend, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Typische Muster sind Vergütung in Punkten ohne festen Franken-Wert, Auszahlungsschwellen die mitwachsen, Verdienst hauptsächlich durch Anwerben weiterer Nutzer und ein nicht auffindbarer Firmensitz. In der Schweiz sind Schneeballsysteme nach UWG unzulässig.

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Erinnerung Vergütung pro Spot, Tages-Maximum und Auszahlungsschwelle können sich ändern; verbindlich sind die AGB. Angaben zu Dritt-Anbietern sind allgemeine Beobachtungen und beziehen sich auf kein bestimmtes Unternehmen. Stand: August 2026.
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Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Videte Marketing Solutions. Plattform-Inhaber: Muaz Arnaut, Bern. Mehr über uns auf /ueber-uns.
Wir betreiben die Plattform, um die es hier geht, und rechnen mit unseren eigenen veröffentlichten Preisen — nachprüfbar auf der Seite für Werbekunden.