- In der Schweiz wurden 2024 etwas mehr als CHF 6 Milliarden für Werbung ausgegeben. Geschätzte CHF 1,9 bis 2,4 Milliarden davon gingen an US-Techunternehmen — mehr, als alle Schweizer Medien zusammen einnahmen.
- Bezahlt wird in diesem System für deine Aufmerksamkeit. Nur nicht dir.
- Unsere Schlussfolgerung: Wer den Wert liefert, gehört an der Vergütung beteiligt. Bei uns sind das 95 Prozent.
- Und wir begrenzen die vergütete Zeit auf 60 Minuten pro Tag — weil ein Gegenmodell, das auf maximale Verweildauer optimiert, dasselbe Geschäft wäre mit besserem Gewissen.
Wo der Schweizer Werbefranken heute landet
- Werbeeinnahmen in der Schweiz insgesamt: etwas mehr als CHF 6 Milliarden
- Werbeeinnahmen von US-Techunternehmen in der Schweiz: geschätzt CHF 1,9–2,4 Milliarden
- Werbeeinnahmen aller Schweizer Medien zusammen: rund CHF 2 Milliarden
- Werbeumsatz der Presse 2024: CHF 652 Millionen — 75 % weniger als 20 Jahre zuvor
Quelle: Stiftung Werbestatistik Schweiz, Erhebungsjahr 2024, wiedergegeben durch SRF. Die Aufteilung auf einzelne Konzerne ist eine Schätzung, keine veröffentlichte Bilanzgrösse.
Diese vier Zeilen sind der ganze Ausgangspunkt. Werbung ist in der Schweiz ein Milliardenmarkt, und der grösste Einzelposten liegt bei Unternehmen, die hier weder eine Redaktion noch eine Druckerei noch nennenswert Steuern unterhalten. Das ist keine Anklage — es ist eine Beschreibung.
Bemerkenswert ist, wofür dieses Geld bezahlt wird. Nicht für Papier, nicht für Sendezeit, nicht für Plakatflächen. Bezahlt wird für Zugang zu Menschen. Der Rohstoff dieses Marktes ist deine Aufmerksamkeit. Sie ist die einzige Zutat, die niemand herstellen kann und die trotzdem in keiner Rechnung als Kostenposition auftaucht.
Wie sich der Betrag auf die Kanäle verteilt und was daraus für Schweizer Medien folgt, steht ausführlich in Wohin der Schweizer Werbefranken fliesst.
Warum wir eine Wende für nötig halten
Der erste Punkt ist einfach zu benennen. Ein Werbemarkt braucht drei Beteiligte: jemanden, der etwas verkaufen will, jemanden, der die Fläche stellt, und jemanden, der hinschaut. Zwei davon werden bezahlt. Der dritte stellt den knappsten Rohstoff und geht leer aus.
Der zweite Punkt ist unangenehmer. Weil Aufmerksamkeit nichts kostet, wird sie behandelt wie etwas, das nichts kostet: Man nimmt mehr davon. Immer mehr Einblendungen, immer kürzere Kontakte, immer feineres Nachverfolgen, um die sinkende Wirkung auszugleichen. Wer die durchschnittliche Sichtdauer einer Bannerwerbung kennt, sieht das Ergebnis dieser Spirale.
Was daran folgt, ist nicht dramatisch. Wenn eine Einblendung etwas kostet, schaltet man weniger und überlegt länger, wem. Genau das ist der Punkt. Ein Modell, in dem Aufmerksamkeit bezahlt wird, produziert automatisch weniger und gezieltere Werbung — nicht weil jemand es verbietet, sondern weil Verschwendung dann eine Rechnung hat.
Warum Zeit eine Gegenleistung verdient
Der Einwand liegt nahe: Werbung sehen ist doch keine Arbeit. Stimmt — und darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass für diese Sekunden bereits heute Geld fliesst. Ein Werbetreibender, der bei uns bucht, zahlt CHF 158 für tausend vollständig angesehene 30-Sekunden-Spots. Diesen Betrag zahlt er, weil die Aufmerksamkeit einen Wert hat. Sie hat ihn auch dann, wenn sie anderswo gratis eingesammelt wird.
- Der Werbetreibende zahlt für verifizierte, vollständig angesehene 30 Sekunden.
- Von dieser Vergütung gehen 95 Prozent an die Nutzerin oder den Nutzer, 5 Prozent bleiben als Provision bei der Plattform.
- Auszahlung ab CHF 200 Guthaben auf ein Schweizer Konto; Guthaben darunter verfällt nicht.
- Es gibt keine Anmeldegebühr, kein Startpaket und keine Vergütung fürs Anwerben anderer.
Die konkreten Beträge pro Spot und was daraus realistisch im Monat wird, rechnen wir in Mit Werbung-schauen Geld verdienen vollständig durch — einschliesslich der Frage, warum dreistellige Tagesversprechen anderer Anbieter mathematisch nicht aufgehen können.
Warum wir bei einer Stunde pro Tag aufhören
Pro Kalendertag vergüten wir höchstens 60 Minuten Nutzungszeit. Der Zähler wird um Mitternacht zurückgesetzt. Technisch könnten wir das Limit streichen; wirtschaftlich könnten wir mehr Inventar verkaufen. Wir halten es trotzdem für richtig, und zwar aus fünf Gründen.
- Ohne Limit trifft es die Falschen zuerst. Ein Modell, das unbegrenzt zahlt, ist für jemanden mit gesicherter Stelle eine Spielerei und für jemanden in einer engen finanziellen Lage eine Verlockung, den halben Tag zu investieren — bei einem Stundenwert, der eine solche Investition nie rechtfertigt. Wer keine Alternative hat, würde am meisten Zeit verlieren. Ein Limit nimmt diese Möglichkeit vom Tisch, bevor sie entsteht.
- Aufmerksamkeit lässt sich nicht beliebig strecken. Der Wert, für den ein Werbetreibender zahlt, liegt in der bewussten Zuwendung. Nach der fünfzigsten Wiederholung an einem Tag ist von bewusster Zuwendung nichts mehr übrig — das Format läuft, der Kopf ist woanders. Ein Cap schützt genau das, was verkauft wird, vor seiner eigenen Entwertung.
- Ein gedeckelter Betrag lohnt keinen Betrug. Ein Konto, das pro Tag höchstens einen begrenzten Betrag bringt, rechnet sich für automatisierte Missbrauchsversuche nicht. Das Limit ist damit auch ein Sicherheitsmerkmal — es hält das Inventar sauber, das die Werbetreibenden bezahlen.
- Es macht unser Versprechen überprüfbar. Wir sagen: kleiner Nebenverdienst, kein Einkommen. Ein Limit ist die einzige Form, in der sich ein solcher Satz technisch garantieren lässt, statt ihn nur zu behaupten. Ohne Cap wäre «kein Einkommen» eine Marketingaussage; mit Cap ist es eine Eigenschaft des Systems.
- Und der wichtigste Grund: Wir kritisieren ein Geschäftsmodell, das auf maximale Verweildauer optimiert. Würden wir selbst darauf optimieren, wäre unsere Kritik wertlos. Das Limit ist die Stelle, an der sich zeigt, ob eine Plattform ihre eigene Kritik ernst meint — es kostet uns Umsatz, und genau deshalb steht es dort.
Das Limit begrenzt übrigens die Vergütung, nicht die Nutzung. Wer länger bleiben will, kann das; vergütet wird die erste Stunde.
Der stärkste Einwand gegen uns
Ein Limit ist ein bevormundender Eingriff. Wir setzen eine Grenze, die jemand anders vielleicht anders gezogen hätte, und wir tun das mit dem Argument, dass es zum eigenen Besten sei. Dieses Argument ist historisch nicht besonders vertrauenserweckend. Wir können es nicht entkräften, wir können es nur begründen: Die Alternative — unbegrenzt — erzeugt genau das Modell, das wir kritisieren. Zwischen zwei unbefriedigenden Optionen haben wir die gewählt, deren Nachteil sichtbar und diskutierbar ist.
Ein zweiter Einwand betrifft die Grössenordnung. Gegenüber CHF 6 Milliarden Werbeausgaben ist eine Plattform wie unsere verschwindend klein. Wir verschieben nichts an dieser Statistik, und wir sollten nicht so tun, als täten wir es.
Ein dritter, der uns am meisten beschäftigt: Was hier stattfindet, ist eine Umlenkung, keine Schöpfung. Der Werbefranken wäre auch ohne uns ausgegeben worden — nur an anderer Stelle. Wer behauptet, ein solches Modell schaffe volkswirtschaftlichen Mehrwert, müsste das erst zeigen. Wir behaupten es nicht. Was wir behaupten, ist enger und überprüfbarer: Bei uns landet der grössere Teil der Vergütung bei Menschen in der Schweiz statt in einer Konzernbilanz im Ausland.
Warum das in der Schweiz anders liegt
Zum Datenschutz. Das revidierte Datenschutzgesetz verlangt Transparenz darüber, welche Daten zu welchem Zweck bearbeitet werden. Ein Modell, das Zielgruppen aus selbst angegebenen Profilangaben bildet statt aus nachverfolgtem Verhalten, hat es hier strukturell leichter — und der Nutzer weiss, was über ihn hinterlegt ist, weil er es selbst eingetragen hat. Die Unterschiede zwischen dem Schweizer Gesetz und der europäischen Verordnung stehen in DSG und DSGVO im Vergleich.
Zur Marktgrösse. Die Schweiz ist zu klein, um für globale Plattformen ein eigenständiger Markt zu sein, und zu kaufkräftig, um uninteressant zu sein. Das ergibt eine Situation, in der Schweizer Nutzerinnen und Nutzer überdurchschnittlich wertvoll sind, aber unterdurchschnittlich berücksichtigt werden — Kampagnen, Sprachversionen und Support folgen der Logik grösserer Märkte.
Zur Medienlandschaft. CHF 652 Millionen Werbeumsatz der Presse im Jahr 2024, drei Viertel weniger als zwanzig Jahre zuvor: Das ist die Zahl, an der man sieht, dass die Umverteilung nicht theoretisch ist. Was dort verschwindet, ist nicht nur Umsatz, sondern Recherchekapazität.
Was bedeutet das für dich konkret?
Konkret sind das bis zu 60 vergütete Minuten pro Tag, 95 Prozent der Werbevergütung, Auszahlung ab CHF 200 auf ein Schweizer Konto. Kein Lohn, kein Arbeitsvertrag, keine Vorauszahlung, keine Verpflichtung, an irgendeinem Tag überhaupt etwas zu tun.
Und konkret ist es auch das hier: ein kleiner Betrag. Wir sagen das deutlich, weil das Gegenteil in diesem Markt der Normalfall ist. Wer eine Plattform sucht, die dreistellige Tagesbeträge verspricht, findet sie — und findet dann heraus, warum die Rechnung nicht aufgeht. Die Merkmale, an denen sich das vorher erkennen lässt, stehen in Online-Nebenjob Schweiz.
Ob unsere Sicht auf den Werbemarkt stimmt, kannst du an den Zahlen im ersten Abschnitt selbst prüfen. Ob unsere Schlussfolgerungen daraus richtig sind, ist eine andere Frage — die wir dir nicht abnehmen wollen.
Wenn du das Modell für richtig hältst
Videte vergütet dich fürs Anschauen von Werbung — 95 Prozent der Vergütung an dich, höchstens 60 vergütete Minuten pro Tag, Auszahlung ab CHF 200 auf dein Schweizer Konto. Kein Lohn, kein Vertrag, keine Vorauszahlung.
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