- Es gibt zwei Modelle: laufende Verhaltensmessung gegen Pauschale, oder einmalige Profilangaben mit Vergütung pro Handlung.
- Einzeln sind Daten fast nichts wert, im Bündel viel — deshalb bietet niemand einen fairen Einzelpreis an.
- Realistisch sind wenige Franken bis ein niedriger zweistelliger Betrag pro Monat. Dreistellige Versprechen übersteigen, was pro Kopf im Markt zirkuliert.
- Das revDSG gibt dir ein kostenloses Auskunftsrecht — die meisten nutzen es nie und wissen deshalb nicht, was sie verkauft haben.
Was «mit Daten verdienen» überhaupt heißt
Beide werden mit demselben Satz beworben: «Verdiene Geld mit deinen Daten.» Wirtschaftlich und rechtlich haben sie fast nichts gemeinsam.
| Verhaltensdaten-Modell | Profilangaben-Modell | |
|---|---|---|
| Du gibst | laufende Messung deines Verhaltens | einmalige Angaben zu dir |
| Du bekommst | Pauschale oder Punkte | Vergütung pro Handlung |
| Sichtbarkeit | du siehst selten, was erhoben wird | du hast es selbst eingetragen |
| Widerruf | beendet die Erhebung, nicht das Erhobene | Angaben änderbar und löschbar |
Der Unterschied entscheidet, was du eigentlich verkaufst: im ersten Fall einen laufenden Zugang, im zweiten eine Auskunft.
Was deine Daten tatsächlich wert sind
Rechne es einmal von der anderen Seite. In der Schweiz wurden 2024 etwas mehr als CHF 6 Milliarden für Werbung ausgegeben; geschätzte CHF 1,9 bis 2,4 Milliarden davon entfielen auf US-Techunternehmen. Verteilt auf die Bevölkerung ist das eine Grössenordnung von einigen hundert Franken pro Kopf und Jahr — für Werbung insgesamt, nicht für Daten allein.
Quelle der Marktzahlen: Stiftung Werbestatistik Schweiz, Erhebungsjahr 2024, wiedergegeben durch SRF. Die Aufteilung auf einzelne Konzerne ist eine Schätzung. Die Pro-Kopf-Rechnung ist unsere Einordnung, keine erhobene Grösse.
Was daraus folgt: Wer dir für deine Daten dreistellige Monatsbeträge verspricht, verspricht mehr, als im ganzen Markt pro Kopf zirkuliert. Wer dir realistisch etwas anbietet, bewegt sich im Bereich weniger Franken pro Monat — und ist damit ehrlicher als die Konkurrenz.
Wohin der Werbefranken tatsächlich fliesst, steht in Wohin der Schweizer Werbefranken fliesst.
Die Modelle, die es in der Schweiz gibt
| Modell | Was gemessen wird | Gegenleistung |
|---|---|---|
| Marktforschungs-Panel | Antworten auf Studien | Franken oder Gutscheine |
| Kassenzettel-Scan | dein Einkaufskorb | Punkte, Gutscheine |
| Browser- oder App-Messung | Nutzung, teils dauerhaft | monatliche Pauschale |
| Loyalty-Programm | Einkäufe im Verbund | Punkte, rund 0.5–1 % Gegenwert |
Die Browser- und App-Messung ist der weitreichendste Eingriff und wird am schlechtesten verstanden. Was dort erhoben wird, umfasst in der Regel jede besuchte Adresse — auch die, an die du beim Zustimmen nicht gedacht hast. Vor der Installation lohnt ein Blick in die Datenschutzerklärung: Welche Kategorien werden ausgenommen? Steht dort nichts, wird nichts ausgenommen.
Was Punkteprogramme real zurückgeben, steht in Loyalty-Programme Schweiz.
Deine Rechte nach revDSG — und wie du sie nutzt
Das revidierte Datenschutzgesetz gibt dir ein Auskunftsrecht gegenüber jedem, der Personendaten über dich bearbeitet. Eine formlose Anfrage genügt. Bei dem Programm, bei dem du am meisten einkaufst, ist das einmal im Jahr eine lohnende halbe Stunde — nicht aus Misstrauen, sondern weil die Detailtiefe die meisten überrascht.
Die Anleitung dazu steht in DSG-Auskunftsrecht: Anleitung, die Unterschiede zur europäischen Regelung in DSG und DSGVO im Vergleich.
Wo sich das Videte-Modell unterscheidet
| Merkmal | Daten-Vergütungsmodelle | Videte |
|---|---|---|
| Grundlage | gemessenes Verhalten | selbst angegebene Merkmale |
| Wofür bezahlt wird | laufender Zugang | eine einzelne angesehene Werbung |
| Einsicht | meist nur auf Anfrage | im Konto, weil du es eingetragen hast |
| Zeitaufwand | nahe null nach dem Einrichten | echte Minuten, die du aufwendest |
| Sitz und Recht | häufig Ausland | Bern, revDSG |
Wo Videte schlechter abschneidet — deutlich: Ein Messmodell läuft im Hintergrund und kostet dich nach der Installation praktisch keine Zeit. Bei uns kostet jeder Franken echte Minuten. Wer ausschliesslich auf Aufwand pro Franken schaut und mit der Messung kein Problem hat, fährt dort besser.
Der Unterschied, um den es uns geht, ist ein anderer: Beim Messmodell verkaufst du etwas, dessen Umfang du nicht kennst. Bei einem Profil, das du selbst ausfüllst, weisst du genau, was hinterlegt ist — und kannst es ändern. Ob das den Zeitaufwand aufwiegt, ist deine Entscheidung, nicht unsere.
Steuern und AHV in zwei Sätzen
Die beiden Schwellen werden ständig verwechselt. Steuerlich kennt die Schweiz keinen Freibetrag auf Erwerbseinkommen — die CHF 2'500 sind eine sozialversicherungsrechtliche Grenze, keine steuerliche. Belege der Plattform aufbewahren, Jahressumme deklarieren, fertig.
Ausführlich in Nebenverdienst versteuern und AHV-Anmeldung.
Was bedeutet das für dich konkret?
Der ehrliche Rahmen für reine Datenmodelle liegt bei wenigen Franken bis maximal einem niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat. Wer mehr verspricht, verspricht mehr, als pro Kopf im Markt zirkuliert.
Und die Frage, die vor dem Betrag kommt: Ist dir lieber, dass ein Anbieter dein Verhalten misst — oder dass du ihm einmal sagst, wer du bist? Beides ist vertretbar. Nur sollte man wissen, welches von beidem man gerade unterschreibt.
Der Weg ohne Vorleistung
Videte vergütet dich fürs Anschauen von Werbung — 95 Prozent der Werbevergütung gehen an dich, höchstens 60 vergütete Minuten pro Tag, Auszahlung ab CHF 200 auf ein Schweizer Konto. Keine Anmeldegebühr, kein Startpaket, keine Vergütung fürs Anwerben anderer.
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