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Online Geld verdienen mit deinen Daten

27. August 2026 9 Min. Lesezeit
Person prüft am Bildschirm, welche Daten über sie gespeichert sind
Bild: Oast House Archive · CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons
«Verdiene Geld mit deinen Daten» bewirbt zwei Modelle, die fast nichts gemeinsam haben. Dieser Artikel trennt sie, rechnet vor, was realistisch drin liegt, zeigt welche Rechte dir das revidierte Datenschutzgesetz gibt — und wo unser eigenes Modell abweicht, auch dort, wo es umständlicher ist.
Kurz gesagt
  • Es gibt zwei Modelle: laufende Verhaltensmessung gegen Pauschale, oder einmalige Profilangaben mit Vergütung pro Handlung.
  • Einzeln sind Daten fast nichts wert, im Bündel viel — deshalb bietet niemand einen fairen Einzelpreis an.
  • Realistisch sind wenige Franken bis ein niedriger zweistelliger Betrag pro Monat. Dreistellige Versprechen übersteigen, was pro Kopf im Markt zirkuliert.
  • Das revDSG gibt dir ein kostenloses Auskunftsrecht — die meisten nutzen es nie und wissen deshalb nicht, was sie verkauft haben.
Hinweis zu den Zahlen Alle Beträge sind Orientierungswerte für den Schweizer Markt 2025/2026 und schwanken nach Anbieter, Qualifikation und Nachfrage. Wo uns keine belastbare Spanne vorliegt, steht das ausdrücklich da. Wir betreiben selbst eine Werbeplattform und führen sie im Vergleich mit auf — auch dort, wo sie schlechter abschneidet.
Inhalt
  1. Was «mit Daten verdienen» überhaupt heißt
  2. Was deine Daten tatsächlich wert sind
  3. Die Modelle, die es in der Schweiz gibt
  4. Deine Rechte nach revDSG
  5. Wo sich das Videte-Modell unterscheidet
  6. Steuern und AHV in zwei Sätzen
  7. Was bedeutet das für dich konkret?

Was «mit Daten verdienen» überhaupt heißt

Direkte Antwort
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Modelle: Du gibst laufend Verhalten preis und wirst pauschal entschädigt — oder du gibst einmalig Angaben zu dir und wirst für einzelne, sichtbare Handlungen vergütet.

Beide werden mit demselben Satz beworben: «Verdiene Geld mit deinen Daten.» Wirtschaftlich und rechtlich haben sie fast nichts gemeinsam.

Verhaltensdaten-ModellProfilangaben-Modell
Du gibstlaufende Messung deines Verhaltenseinmalige Angaben zu dir
Du bekommstPauschale oder PunkteVergütung pro Handlung
Sichtbarkeitdu siehst selten, was erhoben wirddu hast es selbst eingetragen
Widerrufbeendet die Erhebung, nicht das ErhobeneAngaben änderbar und löschbar

Der Unterschied entscheidet, was du eigentlich verkaufst: im ersten Fall einen laufenden Zugang, im zweiten eine Auskunft.

Was deine Daten tatsächlich wert sind

Direkte Antwort
Einzeln fast nichts, im Bündel viel. Genau deshalb bekommt niemand einen fairen Einzelpreis angeboten — der Wert entsteht erst durch die Zusammenführung, und die findet nicht bei dir statt.

Rechne es einmal von der anderen Seite. In der Schweiz wurden 2024 etwas mehr als CHF 6 Milliarden für Werbung ausgegeben; geschätzte CHF 1,9 bis 2,4 Milliarden davon entfielen auf US-Techunternehmen. Verteilt auf die Bevölkerung ist das eine Grössenordnung von einigen hundert Franken pro Kopf und Jahr — für Werbung insgesamt, nicht für Daten allein.

Quelle der Marktzahlen: Stiftung Werbestatistik Schweiz, Erhebungsjahr 2024, wiedergegeben durch SRF. Die Aufteilung auf einzelne Konzerne ist eine Schätzung. Die Pro-Kopf-Rechnung ist unsere Einordnung, keine erhobene Grösse.

Was daraus folgt: Wer dir für deine Daten dreistellige Monatsbeträge verspricht, verspricht mehr, als im ganzen Markt pro Kopf zirkuliert. Wer dir realistisch etwas anbietet, bewegt sich im Bereich weniger Franken pro Monat — und ist damit ehrlicher als die Konkurrenz.

Wohin der Werbefranken tatsächlich fliesst, steht in Wohin der Schweizer Werbefranken fliesst.

Die Modelle, die es in der Schweiz gibt

Direkte Antwort
Marktforschungs-Panels, Kassenzettel-Scanner, Browser- und App-Messung sowie Loyalty-Programme. Alle vier zahlen — drei davon in Punkten oder Gutscheinen statt in Franken.
ModellWas gemessen wirdGegenleistung
Marktforschungs-PanelAntworten auf StudienFranken oder Gutscheine
Kassenzettel-Scandein EinkaufskorbPunkte, Gutscheine
Browser- oder App-MessungNutzung, teils dauerhaftmonatliche Pauschale
Loyalty-ProgrammEinkäufe im VerbundPunkte, rund 0.5–1 % Gegenwert

Die Browser- und App-Messung ist der weitreichendste Eingriff und wird am schlechtesten verstanden. Was dort erhoben wird, umfasst in der Regel jede besuchte Adresse — auch die, an die du beim Zustimmen nicht gedacht hast. Vor der Installation lohnt ein Blick in die Datenschutzerklärung: Welche Kategorien werden ausgenommen? Steht dort nichts, wird nichts ausgenommen.

Was Punkteprogramme real zurückgeben, steht in Loyalty-Programme Schweiz.

Deine Rechte nach revDSG — und wie du sie nutzt

Direkte Antwort
Du kannst bei jedem Anbieter Auskunft verlangen, welche Daten er über dich bearbeitet, und diese Auskunft ist in der Regel kostenlos. Die meisten Menschen tun das nie — und wissen deshalb nicht, was sie verkauft haben.

Das revidierte Datenschutzgesetz gibt dir ein Auskunftsrecht gegenüber jedem, der Personendaten über dich bearbeitet. Eine formlose Anfrage genügt. Bei dem Programm, bei dem du am meisten einkaufst, ist das einmal im Jahr eine lohnende halbe Stunde — nicht aus Misstrauen, sondern weil die Detailtiefe die meisten überrascht.

Die nützlichste Frage in einer Auskunftsanfrage: nicht nur «welche Daten habt ihr», sondern auch «an welche Empfänger oder Empfängerkategorien werden sie weitergegeben». Die zweite Antwort ist oft aufschlussreicher als die erste.

Die Anleitung dazu steht in DSG-Auskunftsrecht: Anleitung, die Unterschiede zur europäischen Regelung in DSG und DSGVO im Vergleich.

Wo sich das Videte-Modell unterscheidet

Direkte Antwort
Bei uns gibst du keine Verhaltensdaten her, sondern Profilangaben, die du selbst einträgst und jederzeit ändern kannst. Vergütet wird nicht der Zugang zu dir, sondern eine einzelne, sichtbare Handlung.
MerkmalDaten-VergütungsmodelleVidete
Grundlagegemessenes Verhaltenselbst angegebene Merkmale
Wofür bezahlt wirdlaufender Zugangeine einzelne angesehene Werbung
Einsichtmeist nur auf Anfrageim Konto, weil du es eingetragen hast
Zeitaufwandnahe null nach dem Einrichtenechte Minuten, die du aufwendest
Sitz und Rechthäufig AuslandBern, revDSG

Wo Videte schlechter abschneidet — deutlich: Ein Messmodell läuft im Hintergrund und kostet dich nach der Installation praktisch keine Zeit. Bei uns kostet jeder Franken echte Minuten. Wer ausschliesslich auf Aufwand pro Franken schaut und mit der Messung kein Problem hat, fährt dort besser.

Der Unterschied, um den es uns geht, ist ein anderer: Beim Messmodell verkaufst du etwas, dessen Umfang du nicht kennst. Bei einem Profil, das du selbst ausfüllst, weisst du genau, was hinterlegt ist — und kannst es ändern. Ob das den Zeitaufwand aufwiegt, ist deine Entscheidung, nicht unsere.

Steuern und AHV in zwei Sätzen

Direkte Antwort
Jeder Franken ist ab dem ersten steuerpflichtig, auch von ausländischen Plattformen. Die AHV-Anmeldung als Selbständiger wird erst ab CHF 2'500 Jahreseinkommen aus Nebenerwerb zur Pflicht.

Die beiden Schwellen werden ständig verwechselt. Steuerlich kennt die Schweiz keinen Freibetrag auf Erwerbseinkommen — die CHF 2'500 sind eine sozialversicherungsrechtliche Grenze, keine steuerliche. Belege der Plattform aufbewahren, Jahressumme deklarieren, fertig.

Ausführlich in Nebenverdienst versteuern und AHV-Anmeldung.

Was bedeutet das für dich konkret?

Direkte Antwort
Bevor du irgendwo Daten gegen Geld tauschst: Stelle einmal eine Auskunftsanfrage bei dem Anbieter, bei dem du schon Kunde bist. Danach entscheidest du auf einer anderen Grundlage.

Der ehrliche Rahmen für reine Datenmodelle liegt bei wenigen Franken bis maximal einem niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat. Wer mehr verspricht, verspricht mehr, als pro Kopf im Markt zirkuliert.

Und die Frage, die vor dem Betrag kommt: Ist dir lieber, dass ein Anbieter dein Verhalten misst — oder dass du ihm einmal sagst, wer du bist? Beides ist vertretbar. Nur sollte man wissen, welches von beidem man gerade unterschreibt.

Der Weg ohne Vorleistung

Videte vergütet dich fürs Anschauen von Werbung — 95 Prozent der Werbe­vergütung gehen an dich, höchstens 60 vergütete Minuten pro Tag, Auszahlung ab CHF 200 auf ein Schweizer Konto. Keine Anmeldegebühr, kein Startpaket, keine Vergütung fürs Anwerben anderer.

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Häufige Fragen

Kann man mit seinen Daten Geld verdienen?
Ja, aber in kleinem Rahmen. Es gibt zwei Modelle: laufende Messung deines Verhaltens gegen eine Pauschale, oder einmalige Profilangaben mit Vergütung pro Handlung. Realistisch sind wenige Franken bis ein niedriger zweistelliger Betrag pro Monat.
Wie viel sind meine Daten wert?
Einzeln fast nichts, im Bündel viel — deshalb wird nirgends ein fairer Einzelpreis angeboten. Zur Einordnung: In der Schweiz wurden 2024 etwas mehr als CHF 6 Milliarden für Werbung insgesamt ausgegeben. Wer dreistellige Monatsbeträge für Daten verspricht, verspricht mehr, als pro Kopf im Markt zirkuliert.
Welche Modelle gibt es in der Schweiz?
Marktforschungs-Panels, Kassenzettel-Scanner, Browser- oder App-Messung und Loyalty-Programme. Drei davon zahlen in Punkten oder Gutscheinen statt in Franken. Die Browser- und App-Messung ist der weitreichendste Eingriff und wird am schlechtesten verstanden.
Welche Rechte habe ich nach revDSG?
Du kannst bei jedem Anbieter formlos Auskunft verlangen, welche Personendaten er über dich bearbeitet; das ist in der Regel kostenlos. Besonders aufschlussreich ist die Zusatzfrage nach den Empfängern oder Empfängerkategorien, an die diese Daten weitergegeben werden.
Was ist der Unterschied zum Videte-Modell?
Videte vergütet keine Verhaltensmessung, sondern eine einzelne angesehene Werbung. Die Zielgruppenmerkmale stammen aus Angaben, die du selbst eingetragen hast und jederzeit ändern kannst. Dafür kostet jeder Franken echte Minuten, während ein Messmodell nach der Installation im Hintergrund läuft.
Was sollte ich vor einer Zustimmung prüfen?
Ob die Datenschutzerklärung Kategorien ausdrücklich ausnimmt. Steht dort keine Ausnahme, wird auch nichts ausgenommen — eine Browser-Messung erfasst dann in der Regel jede besuchte Adresse, auch die, an die du beim Zustimmen nicht gedacht hast.

Vertiefungen

Erinnerung Preisspannen sind Orientierungswerte für den Schweizer Markt 2025/2026. Verbindlich sind die Preislisten der Vermarkter und Verlage. Angaben zu Videte können sich ändern; verbindlich sind die AGB. Stand: August 2026.
Über den Herausgeber
Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Videte Marketing Solutions. Plattform-Inhaber: Muaz Arnaut, Bern. Mehr über uns auf /ueber-uns.
Wir betreiben selbst eine Werbeplattform und sind in der Kanaltabelle mit aufgeführt. Die Zahlen der übrigen Kanäle stammen aus öffentlich zugänglichen Marktdaten; wo uns keine belastbare Angabe vorliegt, steht das ausdrücklich in der Tabelle.