- Werbung wird entweder pro tausend Einblendungen, pro Klick, pro Ergebnis, pauschal pro Schaltung, nach Fläche und Dauer oder pro verifizierter Aufmerksamkeit abgerechnet.
- Online liegt der Tausender-Kontaktpreis je nach Kanal zwischen CHF 4 und 40, TV zwischen CHF 10 und 50.
- Ein 30-Sekunden-Spot auf SRF 1 zur besten Sendezeit liegt im hohen vierstelligen Frankenbereich, zur Tageszeit im tieferen vierstelligen.
- Der tiefste Tausender-Kontaktpreis gehört Programmatic Display mit CHF 4 bis 12 — bei einer mittleren Sichtdauer von ein bis drei Sekunden.
Die sechs Abrechnungsmodelle
| Modell | Sie zahlen für | Typisch bei | Risiko für Sie |
|---|---|---|---|
| TKP / CPM | tausend Einblendungen | Display, Social, TV, Video | Einblendung heisst nicht gesehen |
| CPC | jeden Klick | Suchmaschinen, teils Social | Klick heisst nicht Interesse |
| CPA / CPL | Abschluss oder Kontakt | Affiliate, Lead-Kampagnen | teuerster Einzelpreis, dafür kalkulierbar |
| Pauschale pro Schaltung | den Sendeplatz | TV, Radio, Kino | Reichweite nur prognostiziert |
| Fläche × Dauer | Standort und Aushangzeit | Plakat, Print | keine individuelle Messung |
| Verifizierte Aufmerksamkeit | nachweislich angesehene Sekunden | Reward-Modelle | kleineres Inventar |
Einordnung: Die Modelle verschieben das Risiko unterschiedlich. Beim TKP tragen Sie das Risiko, dass niemand hinschaut. Beim CPA trägt es der Anbieter — und verlangt dafür einen höheren Preis. Beides kann richtig sein; falsch ist nur, sie direkt miteinander zu vergleichen.
Preise nach Kanal im Überblick
| Kanal | Abrechnung | Preisspanne CH | Realistischer Einstieg |
|---|---|---|---|
| Programmatic Display | TKP | CHF 4–12 | ab wenigen hundert Franken |
| Display-Banner Standard | TKP | CHF 8–15 | ab wenigen hundert Franken |
| Meta (Feed, Reels, Stories) | TKP / CPC | CHF 5–20 | ab CHF 100–300 |
| TikTok | TKP | CHF 4–12 | ab wenigen hundert Franken |
| YouTube In-Stream | TKP | CHF 8–25 | ab wenigen hundert Franken |
| Programmatic Premium (CH-Verlage) | TKP | CHF 15–40 | meist vierstellig |
| TV linear | Pauschale je Spot | TKP CHF 10–50 | faktisch vier- bis fünfstellig |
| Connected TV / AVOD | TKP | CHF 20–60 | nach Volumen |
| Suchmaschinen (Google Ads) | CPC | stark branchenabhängig | ab wenigen hundert Franken |
| Radio | Pauschale je Spot | keine belastbare Spanne — Vermarkter | meist vierstellig |
| Plakat / DOOH | Fläche × Dauer | keine belastbare Spanne — Vermarkter | meist vierstellig |
| Format × Auflage | keine belastbare Spanne — Verlag | drei- bis vierstellig | |
| Verifizierte Aufmerksamkeit | je 30-Sek-View | CHF 158 TKP | ab CHF 500 |
Die drei Zeilen mit «keine belastbare Spanne» sind kein Versehen. Für Radio, Plakat und Print gibt es in der Schweiz keine öffentlich standardisierten Listenpreise, die man seriös als Spanne angeben könnte — die Preisbildung läuft über Vermarkter, Standortqualität und Verhandlung. Wer Ihnen dafür eine präzise Zahl im Netz nennt, hat sie meistens geraten.
Fernsehen im Detail
| Slot | 30-Sek-Spot | TKP |
|---|---|---|
| SRF 1, Prime Time | hoher vierstelliger Bereich | CHF 20–50 |
| SRF 1, Tageszeit | tieferer vierstelliger Bereich | CHF 10–25 |
| 3+ / TV24, Prime Time | niedrigerer vierstelliger Bereich | CHF 15–35 |
| RTS Prime Time | vergleichbar SRF 1, regional skaliert | CHF 15–40 |
Der TKP allein täuscht hier. Ein einzelner Spot bringt kaum Wirkung — TV funktioniert über Wiederholung, und damit liegt das faktische Mindestbudget deutlich über dem Preis einer Schaltung. Die vollständige Rechnung inklusive Produktionskosten steht in Was kostet ein Werbespot im Schweizer Fernsehen?.
Online im Detail
Genau hier entscheidet sich, ob ein Mediaplan aufgeht. Zwei Angebote:
Angebot B: TKP CHF 30, davon gehören 90 % zu Ihrer Zielgruppe → effektiv CHF 33 pro tausend erreichte Zielpersonen.
Das teurere Angebot ist das günstigere.
Die vollständige Kanaltabelle mit Aufmerksamkeitsdauer steht im CPM-Vergleich Schweiz; wie viel Budget durch falsche Zielgruppen verloren geht, rechnet Streuverlust messen durch.
Vier Fragen an jeden Vermarkter
- Wonach rechnen Sie ab? TKP, Klick, Ergebnis oder Pauschale — und was genau zählt als Einheit? Bei Video: ab welcher Sekunde gilt ein View als View?
- Was kostet eine Einheit, und ab welcher Menge sinkt der Preis? Staffeln sind üblich; wer keine nennt, hat sie trotzdem.
- Wie hoch ist die Mindestabnahme — und wie hoch die Menge, ab der es überhaupt wirkt? Das sind zwei verschiedene Zahlen. Die zweite verschweigen viele.
- Wer misst die Leistung, und bekomme ich Rohdaten? Wenn der Anbieter seine eigene Leistung misst und nur das Fazit liefert, haben Sie keine Kontrolle.
Mindestbudget und Wirkschwelle werden verwechselt. Ein Vermarkter kann Ihnen eine Plakatstelle für zwei Wochen verkaufen — wirken wird sie nicht. Fragen Sie immer nach beidem und schreiben Sie die Antwort mit.
Was ein KMU realistisch einplanen sollte
Wichtiger als der Prozentsatz ist die Aufteilung. Ein verbreiteter Fehler ist, das ganze Budget auf einen Kanal zu legen, weil er «funktioniert» — ohne Vergleichswert weiss man aber gar nicht, ob er das tut. Wer zehn bis zwanzig Prozent auf einen zweiten Kanal legt, kauft sich Vergleichbarkeit.
Branchenwerte und Aufteilungslogik im Detail: Marketing-Budget für KMU. Wie man mit kleinem Budget trotzdem messbar wird: Kleines Budget, messbare Werbung.
Der Preis, der am Ende zählt
Rechnet man die Kanaltabelle auf Franken pro gesehener Sekunde um, verschiebt sich das Bild deutlich. Ein Display-Banner mit TKP CHF 8 und zwei Sekunden mittlerer Sichtdauer liefert 2'000 Aufmerksamkeitssekunden pro tausend Einblendungen. Ein verifizierter 30-Sekunden-View liefert deren 30'000 — bei höherem Preis, aber deutlich tieferem Preis pro Sekunde.
So arbeitet Videte: CHF 158 pro tausend verifizierte 30-Sekunden-Views, wobei 95 Prozent der Vergütung an die Person gehen, die zuschaut. Einstieg ab CHF 500, kein Vertrag, Guthaben-Modell. Details auf der Seite für Unternehmen.
Den Vergleich mit kleinem Einsatz machen
CHF 158 CPM für verifizierte 30-Sekunden-Aufmerksamkeit, Einstieg ab CHF 500, DSG-konform, Hosting in der Schweiz, keine Vertragsbindung.
Zur Seite für UnternehmenWas bedeutet das für Sie konkret?
Legen Sie Ihre Offerten nebeneinander und rechnen Sie jede auf denselben Nenner um: Preis geteilt durch erreichte Personen Ihrer Zielgruppe. Dazu brauchen Sie vom Anbieter nur drei Zahlen — Preis, Reichweite und Zielgruppenanteil. Wer eine davon nicht liefert, hat kein Angebot gemacht, sondern eine Preisangabe.
Und stellen Sie die vierte Frage aus dem Abschnitt oben immer zuerst: Wer misst? Ein Preis ohne unabhängige Messung ist eine Zahl ohne Bezugsgrösse.