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Pillar · Ratgeber

Was kostet Werbung in der Schweiz? Preise nach Kanal

16. August 2026 11 Min. Lesezeit
Grossflächige digitale Werbebildschirme an einer Hausfassade
Bild: Oast House Archive · CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons
Auf die Frage «was kostet Werbung» gibt es keine Zahl, sondern sechs Abrechnungsmodelle. Wer sie kennt, vergleicht Angebote richtig und erkennt sofort, ob ein Vermarkter transparent rechnet. Dieser Artikel stellt alle Schweizer Kanäle nebeneinander — mit Preisspannen dort, wo sie belastbar sind, und mit den Fragen für alles übrige.
Kurz gesagt
  • Werbung wird entweder pro tausend Einblendungen, pro Klick, pro Ergebnis, pauschal pro Schaltung, nach Fläche und Dauer oder pro verifizierter Aufmerksamkeit abgerechnet.
  • Online liegt der Tausender-Kontaktpreis je nach Kanal zwischen CHF 4 und 40, TV zwischen CHF 10 und 50.
  • Ein 30-Sekunden-Spot auf SRF 1 zur besten Sendezeit liegt im hohen vierstelligen Frankenbereich, zur Tageszeit im tieferen vierstelligen.
  • Der tiefste Tausender-Kontaktpreis gehört Programmatic Display mit CHF 4 bis 12 — bei einer mittleren Sichtdauer von ein bis drei Sekunden.
Hinweis zu den Zahlen Die Preisspannen sind Marktwerte für die Schweiz 2025/2026 und dienen der Orientierung. Verbindlich sind ausschliesslich die Preislisten der jeweiligen Vermarkter; Preise werden nach Volumen, Saison und Platzierung verhandelt und gestaffelt. Wo uns keine belastbare Spanne vorliegt, schreiben wir das ausdrücklich hin, statt eine Zahl zu erfinden.
Inhalt
  1. Die sechs Abrechnungsmodelle
  2. Preise nach Kanal im Überblick
  3. Fernsehen im Detail
  4. Online im Detail
  5. Vier Fragen an jeden Vermarkter
  6. Was ein KMU realistisch einplanen sollte
  7. Der Preis, der am Ende zählt
  8. Was bedeutet das für Sie konkret?

Die sechs Abrechnungsmodelle

Direkte Antwort
Werbung wird entweder pro tausend Einblendungen, pro Klick, pro Ergebnis, pauschal pro Schaltung, nach Fläche und Dauer oder pro verifizierter Aufmerksamkeit abgerechnet. Alles andere sind Varianten davon.
ModellSie zahlen fürTypisch beiRisiko für Sie
TKP / CPMtausend EinblendungenDisplay, Social, TV, VideoEinblendung heisst nicht gesehen
CPCjeden KlickSuchmaschinen, teils SocialKlick heisst nicht Interesse
CPA / CPLAbschluss oder KontaktAffiliate, Lead-Kampagnenteuerster Einzelpreis, dafür kalkulierbar
Pauschale pro Schaltungden SendeplatzTV, Radio, KinoReichweite nur prognostiziert
Fläche × DauerStandort und AushangzeitPlakat, Printkeine individuelle Messung
Verifizierte Aufmerksamkeitnachweislich angesehene SekundenReward-Modellekleineres Inventar

Einordnung: Die Modelle verschieben das Risiko unterschiedlich. Beim TKP tragen Sie das Risiko, dass niemand hinschaut. Beim CPA trägt es der Anbieter — und verlangt dafür einen höheren Preis. Beides kann richtig sein; falsch ist nur, sie direkt miteinander zu vergleichen.

Preise nach Kanal im Überblick

Direkte Antwort
Online liegt der Tausender-Kontaktpreis je nach Kanal zwischen CHF 4 und 40, TV zwischen CHF 10 und 50. Plakat, Radio, Print und Kino rechnen nicht nach Kontakten ab und lassen sich nur über die Vermarkter-Preisliste beziffern.
KanalAbrechnungPreisspanne CHRealistischer Einstieg
Programmatic DisplayTKPCHF 4–12ab wenigen hundert Franken
Display-Banner StandardTKPCHF 8–15ab wenigen hundert Franken
Meta (Feed, Reels, Stories)TKP / CPCCHF 5–20ab CHF 100–300
TikTokTKPCHF 4–12ab wenigen hundert Franken
YouTube In-StreamTKPCHF 8–25ab wenigen hundert Franken
Programmatic Premium (CH-Verlage)TKPCHF 15–40meist vierstellig
TV linearPauschale je SpotTKP CHF 10–50faktisch vier- bis fünfstellig
Connected TV / AVODTKPCHF 20–60nach Volumen
Suchmaschinen (Google Ads)CPCstark branchenabhängigab wenigen hundert Franken
RadioPauschale je Spotkeine belastbare Spanne — Vermarktermeist vierstellig
Plakat / DOOHFläche × Dauerkeine belastbare Spanne — Vermarktermeist vierstellig
PrintFormat × Auflagekeine belastbare Spanne — Verlagdrei- bis vierstellig
Verifizierte Aufmerksamkeitje 30-Sek-ViewCHF 158 TKPab CHF 500

Die drei Zeilen mit «keine belastbare Spanne» sind kein Versehen. Für Radio, Plakat und Print gibt es in der Schweiz keine öffentlich standardisierten Listenpreise, die man seriös als Spanne angeben könnte — die Preisbildung läuft über Vermarkter, Standortqualität und Verhandlung. Wer Ihnen dafür eine präzise Zahl im Netz nennt, hat sie meistens geraten.

Fernsehen im Detail

Direkte Antwort
Ein 30-Sekunden-Spot auf SRF 1 zur besten Sendezeit liegt im hohen vierstelligen Frankenbereich, zur Tageszeit im tieferen vierstelligen. Private Sender wie 3+ oder TV24 liegen zur Prime Time im niedrigeren vierstelligen Bereich.
Slot30-Sek-SpotTKP
SRF 1, Prime Timehoher vierstelliger BereichCHF 20–50
SRF 1, Tageszeittieferer vierstelliger BereichCHF 10–25
3+ / TV24, Prime Timeniedrigerer vierstelliger BereichCHF 15–35
RTS Prime Timevergleichbar SRF 1, regional skaliertCHF 15–40

Der TKP allein täuscht hier. Ein einzelner Spot bringt kaum Wirkung — TV funktioniert über Wiederholung, und damit liegt das faktische Mindestbudget deutlich über dem Preis einer Schaltung. Die vollständige Rechnung inklusive Produktionskosten steht in Was kostet ein Werbespot im Schweizer Fernsehen?.

Online im Detail

Direkte Antwort
Der tiefste Tausender-Kontaktpreis gehört Programmatic Display mit CHF 4 bis 12 — bei einer mittleren Sichtdauer von ein bis drei Sekunden. Der tiefste Preis pro Einblendung ist nicht der tiefste Preis pro erreichter Person.

Genau hier entscheidet sich, ob ein Mediaplan aufgeht. Zwei Angebote:

Angebot A: TKP CHF 8, davon gehören 20 % zu Ihrer Zielgruppe → effektiv CHF 40 pro tausend erreichte Zielpersonen.
Angebot B: TKP CHF 30, davon gehören 90 % zu Ihrer Zielgruppe → effektiv CHF 33 pro tausend erreichte Zielpersonen.
Das teurere Angebot ist das günstigere.

Die vollständige Kanaltabelle mit Aufmerksamkeitsdauer steht im CPM-Vergleich Schweiz; wie viel Budget durch falsche Zielgruppen verloren geht, rechnet Streuverlust messen durch.

Vier Fragen an jeden Vermarkter

Direkte Antwort
Abrechnungsmodell, Preis pro Einheit, Mindestabnahme und Messmethode — schriftlich. Wer eine dieser vier Angaben nicht liefert, macht kein vergleichbares Angebot.
  1. Wonach rechnen Sie ab? TKP, Klick, Ergebnis oder Pauschale — und was genau zählt als Einheit? Bei Video: ab welcher Sekunde gilt ein View als View?
  2. Was kostet eine Einheit, und ab welcher Menge sinkt der Preis? Staffeln sind üblich; wer keine nennt, hat sie trotzdem.
  3. Wie hoch ist die Mindestabnahme — und wie hoch die Menge, ab der es überhaupt wirkt? Das sind zwei verschiedene Zahlen. Die zweite verschweigen viele.
  4. Wer misst die Leistung, und bekomme ich Rohdaten? Wenn der Anbieter seine eigene Leistung misst und nur das Fazit liefert, haben Sie keine Kontrolle.
Das häufigste Missverständnis:

Mindestbudget und Wirkschwelle werden verwechselt. Ein Vermarkter kann Ihnen eine Plakatstelle für zwei Wochen verkaufen — wirken wird sie nicht. Fragen Sie immer nach beidem und schreiben Sie die Antwort mit.

Was ein KMU realistisch einplanen sollte

Direkte Antwort
Je nach Branche 1 bis 15 Prozent vom Umsatz. Lokales Handwerk liegt bei 1 bis 3 Prozent, Gastronomie bei 3 bis 6, lokaler Retail bei 4 bis 8, E-Commerce bei 8 bis 15 Prozent.

Wichtiger als der Prozentsatz ist die Aufteilung. Ein verbreiteter Fehler ist, das ganze Budget auf einen Kanal zu legen, weil er «funktioniert» — ohne Vergleichswert weiss man aber gar nicht, ob er das tut. Wer zehn bis zwanzig Prozent auf einen zweiten Kanal legt, kauft sich Vergleichbarkeit.

Branchenwerte und Aufteilungslogik im Detail: Marketing-Budget für KMU. Wie man mit kleinem Budget trotzdem messbar wird: Kleines Budget, messbare Werbung.

Der Preis, der am Ende zählt

Direkte Antwort
Nicht der Preis pro Einblendung, sondern der Preis pro tatsächlich erreichter Aufmerksamkeit. Bei einer Sichtdauer von ein bis drei Sekunden zahlen Sie für Sekundenbruchteile; bei einem verifizierten 30-Sekunden-View für eine halbe Minute.

Rechnet man die Kanaltabelle auf Franken pro gesehener Sekunde um, verschiebt sich das Bild deutlich. Ein Display-Banner mit TKP CHF 8 und zwei Sekunden mittlerer Sichtdauer liefert 2'000 Aufmerksamkeitssekunden pro tausend Einblendungen. Ein verifizierter 30-Sekunden-View liefert deren 30'000 — bei höherem Preis, aber deutlich tieferem Preis pro Sekunde.

So arbeitet Videte: CHF 158 pro tausend verifizierte 30-Sekunden-Views, wobei 95 Prozent der Vergütung an die Person gehen, die zuschaut. Einstieg ab CHF 500, kein Vertrag, Guthaben-Modell. Details auf der Seite für Unternehmen.

Ehrlich dazu: Das Inventar einer kleinen Plattform ist begrenzt. Reichweite in der Grössenordnung von TV oder Google bekommen Sie dort nicht — wohl aber einen Vergleichswert dafür, was Aufmerksamkeit tatsächlich kostet, wenn man sie misst statt schätzt.

Den Vergleich mit kleinem Einsatz machen

CHF 158 CPM für verifizierte 30-Sekunden-Aufmerksamkeit, Einstieg ab CHF 500, DSG-konform, Hosting in der Schweiz, keine Vertragsbindung.

Zur Seite für Unternehmen

Was bedeutet das für Sie konkret?

Legen Sie Ihre Offerten nebeneinander und rechnen Sie jede auf denselben Nenner um: Preis geteilt durch erreichte Personen Ihrer Zielgruppe. Dazu brauchen Sie vom Anbieter nur drei Zahlen — Preis, Reichweite und Zielgruppenanteil. Wer eine davon nicht liefert, hat kein Angebot gemacht, sondern eine Preisangabe.

Und stellen Sie die vierte Frage aus dem Abschnitt oben immer zuerst: Wer misst? Ein Preis ohne unabhängige Messung ist eine Zahl ohne Bezugsgrösse.

Häufige Fragen

Was kostet Werbung in der Schweiz?
Es gibt keinen Preis für Werbung, sondern sechs verschiedene Abrechnungsmodelle. Online-Werbung wird meist pro tausend Einblendungen abgerechnet und liegt bei CHF 4 bis 40 je nach Kanal und Umfeld. TV liegt beim Tausender-Kontaktpreis zwischen CHF 10 und 50, ein einzelner 30-Sekunden-Spot zur besten Sendezeit kostet einen hohen vierstelligen Betrag. Plakat, Radio und Print rechnen nach Fläche, Sendezeit oder Auflage ab und haben keine öffentlich standardisierten Preise.
Was kostet ein Werbespot im Schweizer Fernsehen?
Ein 30-Sekunden-Spot auf SRF 1 zur besten Sendezeit liegt im hohen vierstelligen Frankenbereich, zur Tageszeit im tieferen vierstelligen Bereich. Bei privaten Sendern wie 3+ oder TV24 liegt Prime Time im niedrigeren vierstelligen Bereich. Der Tausender-Kontaktpreis bewegt sich je nach Slot zwischen CHF 10 und 50.
Was ist ein realistisches Mindestbudget für ein KMU?
Online-Kanäle lassen sich ab wenigen hundert Franken testen. TV, Plakat und Print haben faktische Einstiegshürden im vier- bis fünfstelligen Bereich, weil unter einer gewissen Schaltmenge keine Wirkung entsteht. Als Faustregel für das Gesamtbudget gelten je nach Branche 1 bis 15 Prozent des Umsatzes.
Warum nennen viele Anbieter keine Preise?
Weil Preise verhandelt und nach Volumen, Saison und Platzierung gestaffelt werden. Das ist branchenüblich und nicht per se unseriös. Entscheidend ist, dass Sie vier Angaben schriftlich erhalten: Abrechnungsmodell, Preis pro Einheit, Mindestabnahme und wie die Leistung gemessen und ausgewiesen wird.
Welcher Kanal ist am günstigsten?
Programmatic Display hat mit CHF 4 bis 12 pro tausend Einblendungen den tiefsten Tausender-Kontaktpreis — bei einer mittleren Sichtdauer von ein bis drei Sekunden. Der tiefste Preis pro Einblendung ist nicht der tiefste Preis pro tatsächlich erreichter Person. Wer nur den Tausender-Kontaktpreis vergleicht, vergleicht die falsche Zahl.
Wie vergleiche ich Angebote verschiedener Kanäle?
Rechnen Sie alles auf den Preis pro tatsächlich erreichter Person Ihrer Zielgruppe um. Dafür brauchen Sie drei Zahlen: Preis, Reichweite und den Anteil dieser Reichweite, der überhaupt zu Ihrer Zielgruppe gehört. Ein Tausender-Kontaktpreis von CHF 8 mit 20 Prozent Zielgruppenanteil ist teurer als einer von CHF 30 mit 90 Prozent.

Vertiefungen

Erinnerung Preisspannen sind Orientierungswerte für den Schweizer Markt 2025/2026. Verbindlich sind die Preislisten der Vermarkter und Verlage. Angaben zu Videte können sich ändern; verbindlich sind die AGB. Stand: August 2026.
Über den Herausgeber
Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Videte Marketing Solutions. Plattform-Inhaber: Muaz Arnaut, Bern. Mehr über uns auf /ueber-uns.
Wir betreiben selbst eine Werbeplattform und sind in der Kanaltabelle mit aufgeführt. Die Zahlen der übrigen Kanäle stammen aus öffentlich zugänglichen Marktdaten; wo uns keine belastbare Angabe vorliegt, steht das ausdrücklich in der Tabelle.