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Ratgeber

Nebenjob von zuhause Schweiz: was wirklich existiert

16. August 2026 10 Min. Lesezeit
Arbeiten am Laptop von zuhause
Bild: Shixart1985 · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
«Heimarbeit» ist seit Jahrzehnten der am stärksten von unseriösen Angeboten durchsetzte Teil des Stellenmarkts. Das heisst nicht, dass es nichts Echtes gäbe — es heisst, dass man wissen muss, wo die Grenze verläuft. Dieser Artikel nennt die vier Modelle, die tatsächlich tragen, und die fünf Muster, an denen jedes Betrugsangebot scheitert.
Kurz gesagt
  • Kundendienst im Homeoffice, Online-Nachhilfe, virtuelle Assistenz sowie Transkription und Lektorat.
  • Gut bezahlte Heimarbeit ohne Qualifikation, ohne Bewerbung und ohne feste Zeiten.
  • Vorauszahlung, unrealistische Verdienstversprechen, Verdienst durch Anwerben, kein greifbarer Firmensitz und Aufgaben mit Paket- oder Geldweiterleitung.
  • Nebenbeschäftigung ist grundsätzlich erlaubt, aber Art. 321a Abs. 3 OR verbietet entgeltliche Arbeit für Dritte, soweit sie die Treuepflicht verletzt — insbesondere bei Konkurrenzierung.
Inhalt
  1. Die vier Modelle, die tatsächlich tragen
  2. Was es nicht gibt
  3. Fünf Muster, an denen jedes unseriöse Angebot scheitert
  4. Was Ihr Arbeitsvertrag dazu sagt
  5. Der andere Weg: verdienen ohne Anstellung
  6. Steuern und AHV bei Heimarbeit
  7. Was bedeutet das für dich konkret?

Die vier Modelle, die tatsächlich tragen

Direkte Antwort
Kundendienst im Homeoffice, Online-Nachhilfe, virtuelle Assistenz sowie Transkription und Lektorat. Alle vier existieren real, alle vier verlangen eine Bewerbung.
ModellCHF / StundeVoraussetzungHaken
Online-NachhilfeCHF 30–60Fachwissen, ReferenzenNachfrage schwankt stark mit dem Schuljahr
Kundendienst / Chat-SupportCHF 25–35Bewerbung, oft zweisprachig DE/FRfeste Schichten, häufig Abend und Wochenende
Virtuelle AssistenzCHF 25–45Selbstorganisation, Referenzenwenige Stunden, dafür verbindlich
Transkription / LektoratvariiertSprachgefühl, GenauigkeitSchweizerdeutsch wird besser vergütet, weil das Angebot klein ist

Einordnung: Der gemeinsame Nenner ist unbequem: Jedes dieser Modelle verlangt etwas, das man mitbringen muss — Fachwissen, eine zweite Sprache, Verlässlichkeit zu festen Zeiten. Genau deshalb sind sie ordentlich bezahlt.

Was es nicht gibt

Direkte Antwort
Gut bezahlte Heimarbeit ohne Qualifikation, ohne Bewerbung und ohne feste Zeiten. Wer beides gleichzeitig verspricht, lügt bei mindestens einem der beiden Punkte.
Die Regel, die alles erklärt: Je tiefer die Eintrittshürde, desto tiefer der Stundenertrag. Angestellte Heimarbeit liegt bei CHF 25–60, hürdenfreie Modelle bei CHF 1–12. Dazwischen gibt es praktisch nichts — und über CHF 60 ohne Qualifikation gar nichts.

Klassiker, die in dieser Lücke angeboten werden und keiner Prüfung standhalten: Kuvertieren und Handarbeiten gegen Startpaket, «Datenerfassung von zuhause» mit Vorabgebühr, Produkttests mit Kaution, und Testkäufe, bei denen man in Vorleistung geht.

Fünf Muster, an denen jedes unseriöse Angebot scheitert

Direkte Antwort
Vorauszahlung, unrealistische Verdienstversprechen, Verdienst durch Anwerben, kein greifbarer Firmensitz und Aufgaben mit Paket- oder Geldweiterleitung. Ein einziges Muster genügt zum Abbruch.
  1. Sie zahlen zuerst. Startpaket, Software-Lizenz, Schulung, «Aktivierungsgebühr». Ein Arbeitgeber bezahlt Sie, nicht umgekehrt.
  2. Die Zahl passt nicht zur Aufgabe. Wenn für einfachste Tätigkeit mehr versprochen wird, als der Schweizer Median-Tageslohn hergibt, müsste jemand dieses Geld ja erwirtschaften.
  3. Der Verdienst kommt vom Anwerben. Stammt die Vergütung hauptsächlich daraus, weitere Personen zu registrieren, ist es ein Schneeballsystem — nach Art. 3 Abs. 1 lit. r UWG unzulässig.
  4. Niemand ist greifbar. Kein Firmensitz, kein Handelsregistereintrag, nur ein Kontaktformular. Wen Sie im Streitfall nicht belangen können, ist kein Vertragspartner.
  5. Es geht um Pakete oder Geldüberweisungen. «Pakete annehmen und weiterschicken» oder «Zahlungen über Ihr Konto abwickeln» ist keine Heimarbeit, sondern Finanzagenten-Rekrutierung.
Punkt 5 ist der gefährlichste.

Wer Pakete weiterleitet oder sein Konto für fremde Zahlungen zur Verfügung stellt, wird Teil einer Betrugskette — und kann sich strafbar machen, auch wenn er nichts davon wusste. Bei den anderen vier Mustern verlieren Sie Geld. Bei diesem verlieren Sie mehr.

Was Ihr Arbeitsvertrag dazu sagt

Direkte Antwort
Nebenbeschäftigung ist grundsätzlich erlaubt, aber Art. 321a Abs. 3 OR verbietet entgeltliche Arbeit für Dritte, soweit sie die Treuepflicht verletzt — insbesondere bei Konkurrenzierung. Dazu kommt: Viele Verträge verlangen eine Meldung.

Bei Heimarbeit kommt eine Besonderheit dazu, die oft übersehen wird: Wenn Sie im Homeoffice für Ihren Hauptarbeitgeber arbeiten und dieselbe Infrastruktur für den Nebenjob nutzen — Gerät, Anschluss, Software — wird die Abgrenzung heikel. Manche Kantone stellen bei der Frage, ob überhaupt ein Nebenerwerb vorliegt, ausdrücklich darauf ab, ob mit anderen Hilfsmitteln gearbeitet wird. Das ist im Kanton Thurgau eines von vier Kriterien.

Die wöchentliche Höchstarbeitszeit nach Arbeitsgesetz gilt zudem der Person, nicht der einzelnen Stelle. Zwei Anstellungen zusammen dürfen sie nicht überschreiten.

Der andere Weg: verdienen ohne Anstellung

Direkte Antwort
Ohne Bewerbung zugänglich sind Microtasks, bezahlte Umfragen, User-Tests, Cashback und Werbe-Plattformen. Zusammen ergeben sie bei moderatem Aufwand CHF 100 bis 350 im Monat.

Das ist der ehrliche Gegenentwurf zur Heimarbeit mit Vertrag: kein Bewerbungsverfahren, keine festen Zeiten, sofort startklar — und dafür ein Bruchteil des Stundenertrags. Wer beides vergleicht, sollte es an derselben Kennzahl messen: Franken pro tatsächlich eingesetzter Stunde.

Wo Videte hineinpasst

Wir betreiben eine Schweizer Werbeplattform, die für Aufmerksamkeit vergütet: rund CHF 0.15 pro vollständig angesehenem 30-Sekunden-Spot, 95 Prozent der Vergütung gehen an dich. Bei 30 bis 60 Minuten täglich sind das CHF 9 bis 18, Tages-Maximum CHF 34 (in der Founder-Phase CHF 44), Auszahlung ab CHF 200 auf ein Schweizer Konto.

Ehrlich eingeordnet: Das ist kein Nebenjob von zuhause, sondern Sackgeld für Zeit, die sonst verfällt. Es gehört in die untere Tabelle dieses Artikels, nicht in die obere. Wer planbares Einkommen braucht, ist mit Online-Nachhilfe oder Kundendienst um ein Vielfaches besser bedient.

Ohne Bewerbung, ohne feste Zeiten

Videte vergütet dich fürs Anschauen von Werbung — in Franken, mit offener Rechnung, keine Vorauszahlung, kein Vertrag. Schweizer Plattform mit Sitz in Bern.

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Steuern und AHV bei Heimarbeit

Direkte Antwort
Steuerpflichtig ab dem ersten Franken — die Schweiz kennt keinen Freibetrag auf Erwerbseinkommen. Die AHV-Schwelle ist eine Sozialversicherungsgrenze und sagt nichts über die Steuerpflicht.

Der Kanton Thurgau formuliert das in seiner Wegleitung besonders klar: Freigrenzen im Sozialversicherungsrecht sind aus steuerlicher Sicht unbeachtlich, weshalb sämtliches Einkommen aus unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit unabhängig von der Höhe zu deklarieren ist.

Wo der Betrag in Ihrer Steuererklärung hingehört, unterscheidet sich je nach Kanton erheblich. Anleitungen für Zürich, Bern, Aargau, St. Gallen, Luzern und Thurgau.

Was bedeutet das für dich konkret?

Wenn du planbare Zeitblöcke hast, bewirb dich auf eines der vier echten Modelle — sie zahlen um ein Vielfaches besser als alles ohne Hürde. Suche dabei nach Pensum und Homeoffice statt nach dem Wort «Heimarbeit»; letzteres führt überdurchschnittlich oft zu unseriösen Angeboten.

Und schick jedes Angebot durch die fünf Muster, bevor du Daten oder Geld herausgibst. Die eine Regel, die am meisten schützt: Zahle nie im Voraus für einen Job.

Häufige Fragen

Welche Nebenjobs von zuhause gibt es in der Schweiz wirklich?
Vier Modelle tragen: Kundendienst und Chat-Support im Homeoffice, Online-Nachhilfe, virtuelle Assistenz sowie Transkription und Lektorat. Alle vier verlangen eine Bewerbung und meist feste Verfügbarkeit. Daneben gibt es hürdenfreie Verdienstformen ohne Anstellung wie Microtasks, bezahlte Umfragen oder Werbe-Plattformen — die zahlen deutlich weniger.
Warum ist Heimarbeit so anfällig für Betrug?
Weil die Zielgruppe oft dringend Geld braucht und ortsungebunden sucht, und weil sich ein Anbieter im Internet mit wenig Aufwand seriös darstellen kann. Klassische Muster sind Vorauszahlungen für Startpakete oder Schulungen, Verdienstversprechen weit über dem Schweizer Median-Tageslohn, Verdienst hauptsächlich durch Anwerben weiterer Personen sowie Aufgaben mit Paket- oder Geldweiterleitung.
Sind Paket-Weiterleitungen als Heimarbeit legal?
Nein, und sie sind der gefährlichste Fall überhaupt. Wer Pakete annimmt und weiterschickt oder Zahlungen über das eigene Konto abwickelt, wird als Finanzagent eingesetzt und kann sich strafbar machen — auch dann, wenn er gutgläubig gehandelt hat. Solche Angebote sollte man nie annehmen.
Brauche ich eine Erlaubnis meines Arbeitgebers?
Oft ja. Viele Schweizer Arbeitsverträge enthalten eine Melde- oder Bewilligungspflicht für Nebenbeschäftigungen. Unabhängig davon verbietet Artikel 321a Absatz 3 OR entgeltliche Arbeit für Dritte, soweit sie die Treuepflicht verletzt — insbesondere bei Konkurrenzierung des Arbeitgebers. Der erste Schritt ist immer, den eigenen Vertrag zu lesen.
Wie viel verdient man mit Heimarbeit realistisch?
Angestellte Modelle liegen bei CHF 25 bis 60 pro Stunde, verlangen aber Qualifikation und feste Zeiten. Hürdenfreie Modelle ohne Bewerbung liegen bei CHF 1 bis 12 pro Stunde. Dazwischen gibt es praktisch nichts — wer beides gleichzeitig verspricht, also hohe Vergütung ohne jede Voraussetzung, lügt bei mindestens einem der beiden Punkte.
Muss ich Heimarbeit versteuern?
Ja, ab dem ersten Franken. Die Schweiz kennt keinen Steuerfreibetrag auf Erwerbseinkommen. Die oft genannte AHV-Schwelle ist eine Sozialversicherungsgrenze und hat mit der Steuerpflicht nichts zu tun. Verbindlich ist die kantonale Steuerverwaltung.

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Erinnerung Verdienst-Angaben sind Erfahrungswerte und keine Garantie. Arbeitsrechtliche Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung; verbindlich sind Arbeitsvertrag und Obligationenrecht. Angaben zu Videte können sich ändern, verbindlich sind die AGB. Stand: August 2026.
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Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Videte Marketing Solutions. Plattform-Inhaber: Muaz Arnaut, Bern. Mehr über uns auf /ueber-uns.
Wir betreiben selbst eine Plattform aus der unteren Verdienst-Kategorie und ordnen sie in diesem Artikel bewusst dort ein — nicht bei den Modellen mit Arbeitsvertrag.